Theoretisch hätte ich gerne einmal einen Text darüber geschrieben, welche Themen (Plural - schon falsch!) mich seit zehn Jahren beschäftigen und zur vollständigen Verdrängung der alten Themen und Interessen (Schach, wer bist du?) geführt haben. Stattdessen schreibe ich - natürlich exemplarisch - nur von heute, das heißt gestern und heute, denn wir haben seit dreißig Minuten die Mitte der Nacht durchschritten.
Diese dreißig Minuten und einige Stunden davor habe ich mit A. verbracht. Den Morgen, Mittag und Nachmittag natürlich sowieso, das tut ja jeder, darum soll es um die hier gar nicht gehen. Es geht vielmehr um die Abende - die sogenannten Feier-Abende -, die Wochenenden und Feier-Tage. Es geht um all die übrige Zeit, die ich mit A. verbracht habe und verbringe, denn A. ist meine große Liebe und zusammen sind wir absolut toxisch.
Ich bin oft wütend auf A., weil sie so ist, wie sie ist - so possessiv, grenzenlos und unerbittlich. Dabei könnte sie auch anders sein: frei, flexibel, hehr. Es liegt also nicht allein an A., dass sie oft so ins Negative verkehrt ist, und darum ist die Wut auf A. vermischt mit Wut auf mich selbst.
Wie konntest du so viel (SO VIEL) Zeit an A. verschwenden, frage ich mich?
Aber an wen oder was denn sonst, frage ich mich zurück? Was wäre das Leben ohne A., die es vollständig ausfüllt? Wer wäre ich?
Wer A. sagt, muss auch B. sagen - und B. steht für Berufung. Die muss es ja wohl sein, anders ist es nicht zu erklären. Gerade berufen fühle ich mich aber ganz und gar nicht. Das macht die Sache ja so lächerlich komisch.
Gerne würde ich noch viel mehr zu diesem Thema sagen. Wie man vielleicht merkt: Es beschäftgt mich fast rund um die Uhr. Wenn ich diesen Text jetzt nicht abschicke, werde ich es aber vermutlich nie tun.
Bloß muss ich zum Schluss - sonst wäre der Text verlogen - doch noch hinzufügen und betonen, dass mir A. andererseits auch viel gibt und ich mir ein Leben, in dem ich ihr nur acht Stunden am Tag widme, gar nicht richtig vorstellen kann. Die meisten anderen mit meiner A. übrigens auch nicht - wir sind keine Großkanzleianwälte, die per Vertrag bis zum Umfallen schuften, sondern machen das alles freiwillig oder so. Sie braucht eben wirklich viel Zeit und Hingabe.
Diese dreißig Minuten und einige Stunden davor habe ich mit A. verbracht. Den Morgen, Mittag und Nachmittag natürlich sowieso, das tut ja jeder, darum soll es um die hier gar nicht gehen. Es geht vielmehr um die Abende - die sogenannten Feier-Abende -, die Wochenenden und Feier-Tage. Es geht um all die übrige Zeit, die ich mit A. verbracht habe und verbringe, denn A. ist meine große Liebe und zusammen sind wir absolut toxisch.
Ich bin oft wütend auf A., weil sie so ist, wie sie ist - so possessiv, grenzenlos und unerbittlich. Dabei könnte sie auch anders sein: frei, flexibel, hehr. Es liegt also nicht allein an A., dass sie oft so ins Negative verkehrt ist, und darum ist die Wut auf A. vermischt mit Wut auf mich selbst.
Wie konntest du so viel (SO VIEL) Zeit an A. verschwenden, frage ich mich?
Aber an wen oder was denn sonst, frage ich mich zurück? Was wäre das Leben ohne A., die es vollständig ausfüllt? Wer wäre ich?
Wer A. sagt, muss auch B. sagen - und B. steht für Berufung. Die muss es ja wohl sein, anders ist es nicht zu erklären. Gerade berufen fühle ich mich aber ganz und gar nicht. Das macht die Sache ja so lächerlich komisch.
Gerne würde ich noch viel mehr zu diesem Thema sagen. Wie man vielleicht merkt: Es beschäftgt mich fast rund um die Uhr. Wenn ich diesen Text jetzt nicht abschicke, werde ich es aber vermutlich nie tun.
Bloß muss ich zum Schluss - sonst wäre der Text verlogen - doch noch hinzufügen und betonen, dass mir A. andererseits auch viel gibt und ich mir ein Leben, in dem ich ihr nur acht Stunden am Tag widme, gar nicht richtig vorstellen kann. Die meisten anderen mit meiner A. übrigens auch nicht - wir sind keine Großkanzleianwälte, die per Vertrag bis zum Umfallen schuften, sondern machen das alles freiwillig oder so. Sie braucht eben wirklich viel Zeit und Hingabe.
pancreases | 18. April 26 | 0 Kommentare
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... im Park namens Pflanzen und Blumen. Ein Rotkehlchen sitzt dort im Ast, von der Abendsonne sanft beschienen. Mit dem Fernglas sind sie nah und zugewandt, ein Ach und Oh geht durch die Reihen. Ich stehe da und schaue auch.
Man schaut und steht und steht und schaut. Wohl zehn Minuten geht das so. Dann geht die Frau in NABU-Weste weiter. Der Teich jetzt, seht, die Reiherenten! Die Gänse, Grau und Kanada! Das Blässhuhn in den Uferschilfen! Sein Cousin, das Teichhuhn, schwimmt nicht weit entfernt. Die Gläser sind erneut gezückt; nur ich steh da mit bloßen Augen.
Sieh da, sagt eine kennerisch. Sie zeigt und sagt den Namen. Die andern nicken mit Bedacht; das Federvieh nun einsortiert. Schon ist das nächste im Visier. Wie herrlich, durch die Welt zu gehn, und alles, was da fleucht, zu nennen! Als Gottes Kinder schreiten wir von Baum zu Baum. Von Strauch zu Strauch. Welch Baum, welch Strauch - das fragt hier keine. Man lässt die Planten Blomen sein. In diesem Spiel zählt nur, was auf den Ästen sitzt. Buntspecht, Grünfink, Eichelhäher; nicht einmal die Heckenbraunelle kommt unbenannt davon. Die Singdrossel tut ihrem Namen Ehre: Von höchster Stelle grüßt sie uns.
Das größte Glück auf dieser Erde, denk ich und glotz den Erpel an; der stiert ganz ungerührt zurück. Er scheint zu gähnen, Schnabel weit. Nur einmal, umgekehrt, erwählt zu werden. Käm jetzt hier dieser Erpel an. Käm auf mich zu - auf mich! - und ließe sich, ganz sanft, von mir das Köpfchen streicheln. Das wilde Tier, der Dino da.
So kommt's dann nicht; er bleibt stur sitzen. Und ich geh weiter und nach Haus.
Man schaut und steht und steht und schaut. Wohl zehn Minuten geht das so. Dann geht die Frau in NABU-Weste weiter. Der Teich jetzt, seht, die Reiherenten! Die Gänse, Grau und Kanada! Das Blässhuhn in den Uferschilfen! Sein Cousin, das Teichhuhn, schwimmt nicht weit entfernt. Die Gläser sind erneut gezückt; nur ich steh da mit bloßen Augen.
Sieh da, sagt eine kennerisch. Sie zeigt und sagt den Namen. Die andern nicken mit Bedacht; das Federvieh nun einsortiert. Schon ist das nächste im Visier. Wie herrlich, durch die Welt zu gehn, und alles, was da fleucht, zu nennen! Als Gottes Kinder schreiten wir von Baum zu Baum. Von Strauch zu Strauch. Welch Baum, welch Strauch - das fragt hier keine. Man lässt die Planten Blomen sein. In diesem Spiel zählt nur, was auf den Ästen sitzt. Buntspecht, Grünfink, Eichelhäher; nicht einmal die Heckenbraunelle kommt unbenannt davon. Die Singdrossel tut ihrem Namen Ehre: Von höchster Stelle grüßt sie uns.
Das größte Glück auf dieser Erde, denk ich und glotz den Erpel an; der stiert ganz ungerührt zurück. Er scheint zu gähnen, Schnabel weit. Nur einmal, umgekehrt, erwählt zu werden. Käm jetzt hier dieser Erpel an. Käm auf mich zu - auf mich! - und ließe sich, ganz sanft, von mir das Köpfchen streicheln. Das wilde Tier, der Dino da.
So kommt's dann nicht; er bleibt stur sitzen. Und ich geh weiter und nach Haus.
pancreases | 23. März 26 | 0 Kommentare
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So viel Zeit den Bach hinunter. Und wohin ist sie nur geflossen?
Hab so dies und das gemacht. Ist so der und die gestorben. Hinwiederum, ich will nicht klagen: Es hätten mehr sein können.
Bin voll auf Arbeit gegangen - wie viele halt, die älter werden.
Manche Stunde ging für's Scrollen drauf. Für’s Fluchen und auch Lachen.
Viele Tropfen, heißer Stein.
Hab so dies und das gemacht. Ist so der und die gestorben. Hinwiederum, ich will nicht klagen: Es hätten mehr sein können.
Bin voll auf Arbeit gegangen - wie viele halt, die älter werden.
Manche Stunde ging für's Scrollen drauf. Für’s Fluchen und auch Lachen.
Viele Tropfen, heißer Stein.
pancreases | 13. März 26 | 0 Kommentare
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"Alles wird gut." (D., 2016)
Haha.
Haha.