Die letzten beiden Texte könnten den Eindruck erwecken, ich sei ein Workaholic. In Wirklichkeit bin ich aber bloß ein extremer Phasenmensch: Ich alterniere zwischen Wellenbergen und Wellentälern. Manchmal schaffe ich es auch, dazwischen zu surfen, das hält aber meisten nicht lange an. Der Grund, weshalb ich wohl doch nie den Beruf wechseln werde, auch wenn ich in Wellentälern alle fünf Minuten darüber nachdenke, ist, dass er mir erlaubt, genau so ein Mensch zu sein: Ich kann halbe oder ganze Tage im Bett bleiben, wenn mir das Aufstehen zu schwer fällt, dafür bin ich aber auch am Wochenende, im Urlaub oder an Feiertagen nicht gezwungen, den Laptop zuzuklappen. Natürlich haben die Meetings, Deadlines und Pflichten im Laufe der Jahre deutlich zugenommen. Wenn ich so darüber nachdenke, wüsste ich tatsächlich nicht, wann ich das nächste Mal wirklich aus dem Bett heraus arbeiten könnte, wenn ich das wollte. Na ja, zum Glück will ich gerade gar nicht.
Momentan fühle ich mich geradezu in Balance. Leider kann ich die Anzeichen des Kipppunktes bereits spüren: Große Müdigkeit und die vernunftwidrige Weigerung, ihr entgegenzuwirken. Zum Beispiel sitze ich jetzt hier um 23:45 Uhr und schreibe einen belanglosen Text statt zu schlafen, dabei muss ich morgen um 5 Uhr aufstehen, um mein wöchentliches Pendelpensum zu absolvieren. Das ist bei näherer Betrachtung nicht besonders schlau.
Heute war aber ein ganz netter Tag. Die erste halbe Stunde war die unschönste, denn Biebertopf schrieb mir, dass er krank sei, und so kämpfte ich mit Panik und Tränen, bis mich der Beginn des ersten Meetings davon ablenkte. Insgesamt gab es heute drei Meetings, wobei eines nur ein Vortrag war, dem ich zuhörte. Um 11 Uhr unterbrach ich den Tag für einen Gang zum Friseur und freute mich darüber, dieses seit ungefähr einem Jahr offene To Do endlich abhaken zu können. Auf dem Nachhauseweg dachte ich darüber nach, wie viel Zufriedenheit ich aus dem reinen Abhaken von Aufgaben ziehen kann. Gerade unangenehme und/oder lange aufgeschobene Aufgaben sind in dieser Hinsicht ja besonders zufriedenstellend.
Bis zu den Meetings am späteren Nachmittag machte ich etwas inzwischen ziemlich Seltenes: Ich nahm mir die Zeit, um Artikel zu lesen - und zwar ohne, dass ich sie unmittelbar für das Schreiben eines eigenen Manuskripts heranzog, sondern um mich einzudenken und Ideen zu generieren. Ein Teil von mir hatte großen Spaß, ein anderer hatte große Sorge (was, wenn sich da gar nichts generieren ließ?), wieder ein anderer Teil warf zynisch ein, dass am Ende doch sowieso alles bloß auf ein "X korreliert mit Y" hinauslaufen wird - wie aufregend!
Um 18:30 Uhr machte ich Schluss und fuhr zum Theaterworkshop. Auf dem Weg dorthin dachte ich darüber nach, dass man die meisten Dinge so oder so sehen kann und es daher sinnvoller wäre, sie im Sinne der eigenen Zufriedenheit zu betrachten, statt ihnen immer nur das Negative abzugewinnen. Dann dachte ich darüber nach, dass das Theaterspielen - hätte ich es früher im Leben für mich entdeckt -, sicher eine große Leidenschaft hätte werden können. Geahnt habe ich das schon immer. Allein - jedem Anfang wohnt eine Trägheit inne, die erst einmal überwunden werden muss, bis daraus vielleicht ein Zauber wird.
Momentan fühle ich mich geradezu in Balance. Leider kann ich die Anzeichen des Kipppunktes bereits spüren: Große Müdigkeit und die vernunftwidrige Weigerung, ihr entgegenzuwirken. Zum Beispiel sitze ich jetzt hier um 23:45 Uhr und schreibe einen belanglosen Text statt zu schlafen, dabei muss ich morgen um 5 Uhr aufstehen, um mein wöchentliches Pendelpensum zu absolvieren. Das ist bei näherer Betrachtung nicht besonders schlau.
Heute war aber ein ganz netter Tag. Die erste halbe Stunde war die unschönste, denn Biebertopf schrieb mir, dass er krank sei, und so kämpfte ich mit Panik und Tränen, bis mich der Beginn des ersten Meetings davon ablenkte. Insgesamt gab es heute drei Meetings, wobei eines nur ein Vortrag war, dem ich zuhörte. Um 11 Uhr unterbrach ich den Tag für einen Gang zum Friseur und freute mich darüber, dieses seit ungefähr einem Jahr offene To Do endlich abhaken zu können. Auf dem Nachhauseweg dachte ich darüber nach, wie viel Zufriedenheit ich aus dem reinen Abhaken von Aufgaben ziehen kann. Gerade unangenehme und/oder lange aufgeschobene Aufgaben sind in dieser Hinsicht ja besonders zufriedenstellend.
Bis zu den Meetings am späteren Nachmittag machte ich etwas inzwischen ziemlich Seltenes: Ich nahm mir die Zeit, um Artikel zu lesen - und zwar ohne, dass ich sie unmittelbar für das Schreiben eines eigenen Manuskripts heranzog, sondern um mich einzudenken und Ideen zu generieren. Ein Teil von mir hatte großen Spaß, ein anderer hatte große Sorge (was, wenn sich da gar nichts generieren ließ?), wieder ein anderer Teil warf zynisch ein, dass am Ende doch sowieso alles bloß auf ein "X korreliert mit Y" hinauslaufen wird - wie aufregend!
Um 18:30 Uhr machte ich Schluss und fuhr zum Theaterworkshop. Auf dem Weg dorthin dachte ich darüber nach, dass man die meisten Dinge so oder so sehen kann und es daher sinnvoller wäre, sie im Sinne der eigenen Zufriedenheit zu betrachten, statt ihnen immer nur das Negative abzugewinnen. Dann dachte ich darüber nach, dass das Theaterspielen - hätte ich es früher im Leben für mich entdeckt -, sicher eine große Leidenschaft hätte werden können. Geahnt habe ich das schon immer. Allein - jedem Anfang wohnt eine Trägheit inne, die erst einmal überwunden werden muss, bis daraus vielleicht ein Zauber wird.
pancreases | 21. April 26 | 0 Kommentare
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